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GEGEN GEWALT AN KINDERN KANN MAN SICH NICHT VERSIC
 

"In unserem alten Fürsorgerinnensystem wurde sehr viel abgefangen", kommentierte Rudolf Popp den Bericht über die steigenden Zahlen von Kindeswohlgefährdungen und -vernachlässigungen in Deutschland. Der Kinderarzt aus Jüterbog hatte das kürzlich stattgefundene Treffen mit Vertretern des Gesundheits- und Jugendamtes, mit Mitarbeiterinnen der Kinderklinik Luckenwalde und Hebammen des Landkreises angeregt. Wirksamer Kinderschutz mit den Chancen und Möglichkeiten der Früherkennung und Prävention ist Aufgabe aller Ämter, Dienste und Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe und des Gesundheitswesens. Wirksamer Kinderschutz kann gelingen, wenn alle Verantwortlichen im koordinierten Zusammenwirken vernetzte Hilfen für sogenannte Risikofamilien anbieten.
Das Amt für Gesundheit und Verbraucherschutz Teltow-Fläming hatte daher die Anregung zum Erfahrungsaustausch sofort angenommen und die unterschiedlichen Fachleute eingeladen. Von Gewalt und Vernachlässigung der Fürsorgepflichten sind besonders Kinder im ersten Lebensjahr betroffen. Gewalt an Kindern geschieht ganz unterschiedlich. Sie ist von außen nicht unmittelbar wahrnehmbar. Sie geschieht unbeabsichtigt und fahrlässig oder absichtlich. Sie richtet sich gegen das körperliche, seelische oder geistige Wohl des Kindes und bedroht existenziell seine frühkindliche Entwicklung. Die Strukturen unseres Hilfesystems in Deutschland reichen aus, um den gefährdeten Familien rechtzeitig zu helfen. Die schwierigen Lebenslagen sogenannter bildungsferner und in Armut lebender Familien erfordern neben niedrigschwelligen Beratungsangeboten die aufsuchende Sozialarbeit. Diese Eltern haben häufig Schwierigkeiten in der eigenen Tagesstrukturierung oder mit der Einhaltung von Terminen.
Wesentlich ist eine vernetzte Zusammenarbeit der Akteure und das Wissen um die jeweiligen Ressourcen der unterschiedlichen Dienste. Im Landkreis Teltow-Fläming soll es künftig Regionalkonferenzen mit dem Schwerpunkt des Kinder- und Jugendschutzes geben, sagte die Teamverantwortliche des Sozialpädagogischen Dienstes, Marion Lindner. Das Sachgebiet Jugend legte aktuell eine Verfahrensregelung bei eingehenden Hinweisen auf Kindeswohlgefährdungen fest. Über die Krankenversicherungen ist der frühzeitige Hebammeneinsatz möglich. Sie können bereits mit Bekanntwerden einer Schwangerschaft tätig werden und bei der Vorbereitung der künftigen Eltern auf ihre Elternrolle hinwirken. Frau Dr. Härtel, Kinderärztin in der Kinderklinik Luckenwalde, hat im Besonderen die minderjährigen Mütter im Blick und weiß um die Möglichkeiten des Sachgebietes Gesundheit. Dieses bietet aufsuchende Beratung und Betreuung für sozial und gesundheitlich besonders gefährdete Schwangere und junge Mütter. In den Reihenuntersuchungen in Kindergärten und Schulen führt die Kinderärztin Frau Brzyk mit ihren Kollegen Untersuchungen zur Früherkennung von Behinderungen oder Krankheiten bei Kindern durch. Vorschulische und soziale Entwicklungsprogramme für Kinder mit besonderem Unterstützungs- und Förderbedarf in mit den Eltern abgestimmten Hilfeplanungen vom Amt für Jugend und Soziales zusammen mit dem SG Gesundheit dienen einem gesunden Aufwachsen. Gegen Gewalt an Kindern gibt es keine Versicherung. Eine aufmerksame Wahrnehmung von Kindern und das Wissen um die möglichen Hilfsangebote für deren Familien sichern im schlimmsten Fall Menschenleben.


Platz 2 für die Hutfabrik in Luckenwalde!